19. Spieltag: Gerechtes Unentschieden im Spitzenspiel

Für das Spitzenspiel des Kreisligaoberhauses ging die Reise für die Männer vom Finkenberg zu niemand geringerem als dem ewigen Lokalrivalen aus Beuel. Neben dem allgemeinen Derbyfieber, das sich schon in der Woche langsam ankündigte, gebot das Spiel durch die brisante Tabellensituation zusätzliche Spannung. So traf der Tabellenzweite auf den Tabellendritten. Nach einem für beide Mannschaften durchwachsenen Start in das Jahr 2018 galt es gegen den direkten Konkurrenten zu bestehen, wobei man den Spitzenreiter aus Sechtem nicht aus den Augen verlieren wollte, aber auch so langsam den heißen Atem aus Merl im Nacken spürte. Für sportliche Brisanz war also gesorgt. Die bekannten Gesichter auf beiden Seiten wussten also um die Wichtigkeit des Spiels und gingen mit einer gehörigen Portion (An-)Spannung in die Partie. Es war bei frostigen Temperaturen also angerichtet: Derbytime!

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie, in der beide Mannschaften zunächst scheinbar darauf bedacht waren, nicht den ersten Fehler zu machen, so dass ein geregelter Spielaufbau auf beiden Seiten noch auf sich warten ließ. Mit zunehmender Spieldauer ergab sich allerdings eine klare und unterschiedliche Spielanlage der Teams. Der Gastgeber setzte fortwährend auf hohe lange Bälle auf ihre großgewachsenen Stürmer im Zentrum, während die SVE vor allem über ein flaches schnelles Umschaltspiel zum Erfolg kommen wollte. So war es letztere Taktik, die den Startschuss für eine attraktive erste Halbzeit gab. Nach einer gegnerischen Standardsituation am eigenen Sechzehner kombinierten sich die Ennerter mit Vollgas über das gesamte Feld, ehe der wieder einmal stark aufgelegte Florian Denz dem Torhüter keine Chance ließ und den Ball links unten einschob. 16. Minute, 0:1. Der Gastgeber musste sich zunächst von dem Rückstand erholen, so dass die SVE das Spiel in dieser Phase kontrollierte. Allerdings brachte man sich nur kurze Zeit später, wie schon so oft in den letzten Wochen, selber um die Früchte der Arbeit. Nach einem Fehlpass im Spielaufbau lud man die Hausherren ein. Der eroberte Ball musste nur noch quergelegt werden, so dass der Stürmer entspannt einschieben konnte. 22. Minute, 1:1. Anschließend entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. In der 33. Minute waren es dann wieder die Hausherren, die nach einem abermaligen Bock in der Ennerter Hintermannschaft jubeln durften. Eine der unzähligen Standardsituationen konnte im Gästestrafraum nicht klar geklärt werden, so dass der Verteidiger mit einer missglückten Grätsche den Ball mustergültig durch die Schnittstelle der eigenen Abwehr schob und der Stürmer nur noch ins lange Eck einschieben musste. 33. Minute, 2:1. Zwei individuelle Fehler der Gäste überschatteten eine bis dahin ansprechende Leistung. Dennoch ließ sich die Truppe vom Finkenberg nicht beirren und drängte auf den Ausgleich vor dem Pausenpfiff, wobei man jedoch immer wieder auf die gefährlichen Standards der Gastgeber aufpassen musste. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang es den Gästen noch einmal mit einer schnellen Kombination über den linken Flügel den Ball in die Gefahrenzone zu bringen. Nach einem strammen Ball in den Rücken der Abwehr durch Dennis Krause war es abermals Florian Denz, der zum Einschuss bereit war, ehe er unsanft von den Beinen geholt wurde. Folgerichtig zeigte der Referee auf den Punkt. Wie schon so oft in dieser Saison zeigte Domenic Wenzke keine Nerven und netzte den Ball eiskalt ein. Ein, wie man im Fußballfachjargon behauptet, psychologisch wichtiger Zeitpunkt. 45. Minute, 2:2. Dies war auch der Schlusspunkt einer unterhaltsamen ersten Hälfte.

Nach dem Seitenwechsel ging es etwas gemächlicher zu. Zwar war das Spiel nach wie vor intensiv, allerdings wurde nun auf beiden Seiten weniger Fußball gespielt. So mag sich bei dem ein oder anderen Zuschauer eine gewisse Nackenstarre eingestellt haben, da auf beiden Seiten nun zunehmend mit hohen Bällen operiert und das Mittelfeld konsequent überspielt wurde. Das Spiel lebte nun von der berühmt-berüchtigten Spannung. Mit zunehmender Spieldauer merkte man, dass den Gästen vom Finkenberg langsam die Körner ausgingen, so dass die Heimmannschaft eine leichte Überlegenheit verzeichnen konnte, was sich auch im Chancenverhältnis von 3:2 in der zweiten Halbzeit niederschlug. Zu einem Torerfolg sollte es an diesem Tag allerdings nicht mehr kommen, so dass nach kampfbetonten 90 Minuten der Schlusspfiff ertönte. Abpfiff, SV Beuel:SV Ennert 2:2.

Am Ende steht im Spitzenspiel ein leistungsgerechtes Unentschieden zu Buche. Beide Mannschaften konnten optisch eine Halbzeit für sich entscheiden. Für die Männer vom Finkenberg ist der Punktgewinn wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Das Spiel hat gezeigt was möglich ist, wenn man die eigenen PS auf die Strecke bekommt, aber auch das im Training weiter gearbeitet werden muss, um gegen Ende des Spiels noch einmal zuzulegen. In der kommenden Woche ist die Mannschaft der Stunde aus Merl zu Gast auf dem Finkenberg. Mit sechs Siegen im Gepäck dürfte die Mannschaft aus dem Meckenheimer Vorort nur so vor Selbstvertrauen strotzen. Somit steht direkt das nächste Spitzenspiel auf dem Programm. Die Mannschaft freut sich daher wieder über zahlreiche Unterstützung. (MK)

Come on SVE!

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